Stand der thermischen Abfallverwertung
|
||||||||||||
|
Grafik 1 - elektrischer Wirkungsgrad von Kraftwerken
|
Grafik 2 - Vergleich Jahreswirkungsgrade
|
|
|
|
Optimierung älterer Anlagen
Besonders ältere Anlagen haben Potential zur
Effizienzsteigerung. Mit kleinen Ergänzungen in der Anlage kann diese
Effizienzsteigerung erreicht werden. Die Wirtschaftlichkeit ist jedoch
nicht in jedem Fall überzeugend.
Anlageergänzung können sein:
Weitere Effizienzsteigerung im Bereich Dampf-Wasser-Kreislauf
in KVA's
Wird an der Verbesserung des elektrischen Wirkungsgrades gearbeitet (gegebene
Frischdampf- und Abdampfparameter), so bringt der Kondensatvorwärmer,
welcher in den meisten Anlagen realisiert ist, eine Wirkungsgradverbesserung
von zirka 1 % und eine Abschreibung der Investition in knapp drei Jahren
Der Zwischenüberhitzer, also die Überhitzung des Dampfes nach
dem Hochdruckteil der Turbine, Rückführung in den Kessel und
Erwärmung auf zirka 375°C, führt nochmals zu einer Wirkungsgradverbesserung
von zirka 0,6 % und einer Abschreibung der Investition von zirka 6 bis
8 Jahren. Bei der kleineren Anlage zirka 8 Jahre, bei der grösseren
Anlage zirka 6 Jahre.
Der externe Nachüberhitzer mit Öl- oder Gasfeuerung, also Erwärmung
des Frischdampfes von 400°C auf 480°C, bringt eine weitere Verbesserung
des Wirkungsgrades von zirka 1 %. Dieser Nachüberhitzer ist nur für
den Winterbetrieb sinnvoll, wenn Stromtarife von min 0,15 Fr./kWh vergütet
werden, so dass mit einer Abschreibung von zirka 12 Jahren gerechnet werden
kann.
|
Grafik 3 - Optimierter DWK mit Vorschalt-Gegendruckturbine
|
|
|
Die KVA als energetische Verwertungsanlage
Unsere weitergehenden Untersuchungen haben bei der Wärmeauskopplung
von 10 bar und den konventionellen Frischdampf- und Abdampf-Parametern
gezeigt, dass Jahreswirkungsgrade von mehr als 40% erreicht werden, wenn
die Forderung der energetischen Verwertung einer Anlage so aufgestellt
wird, dass Minimum 25% der Brennstoffenergie jährlich als Heizenergie
abgegeben werden muss.
Im Falle des Beispiels mit einer Frischdampfmenge von 25 t/h (zirka 6,66
t/h Kehricht) werden in der Spitze knapp 20 t/h Dampf von 10 bar abgegeben.
Wenn die Spitzenlast 4000 Stunden gefahren wird, ergibt sich eine Mittellast
von knapp 10 t/h/Jahr. Der Spitzenwirkungsgrad von Strom und Wärme
liegt dann bei zirka 70% und der Jahreswirkungsgrad bei zirka 40%. Nur
mit Komfortwärme-Abgabe ist dieser Jahreswirkungsgrad nur erreichbar,
wenn beispielsweise in städtische Fernheiznetze (zum Beispiel Basel,
Bern, Zürich) oder in überregionale Fernwärmenetze (zum
Beispiel Turgi in das Netz Refuna) eingespiesen werden kann.
In den übrigen von den Zweckverbänden aufgebauten Komfort-Wärmenetzen
(also ohne Prozesswärme) sollte die Liniendichte für solche
Netze grösser 3000 MWh/km/a sein, da die maximale Spitze des Anschlusswertes
nur zirka 2000 Stunden erreicht wird.
Künftige Entwicklung im Bereich Dampf-Wasser-Kreislauf
von KVA's
Der KVA-Technologie sind vom Material her Grenzen gesetzt. Die Kesseltemperatur
ist momentan auf 400 °C und einen Druck von 40 bar begrenzt. Bei höheren
Temperaturen entwickeln sich aus dem Abfall korrosive Stoffe, die den
Kessel beschädigen. Um den Wirkungsgrad anzuheben, müssen aber
Druck und Temperatur erhöht werden können. Dies ist nur mit
neuen Materialien möglich. In Amsterdam ist eine KVA in Planung,
die mit Frischdampfparametern von 130 bar und 440°C betrieben werden
soll. Der konventionelle Kraftwerkspark mit fossilen Brennstoffen wie
Gas, Öl und Kohle beherrscht schon diese hohen Frischdampfparameter,
zum Teil sogar noch höhere. Wenn die Anlage von Amsterdam tatsächlich
2008 in Betrieb gehen soll, werden bald genügend Erfahrungen vorliegen.
Dann kann davon ausgegangen werden, dass die Erneuerungen von alten Linien
im Jahre 2010 bis 2015 tatsächlich mit solchen Wirkungsgraden umgesetzt
werden. Denkbar ist auch, dass die jetzigen Turbinenanlagen weiter bestehen
und neue Kessel mit höheren Drücken und Temperaturen mit einer
Vorschalt-Gegendruckturbine ergänzt werden (Grafik
3). Dafür sind jedoch Anpassungen an der alten Turbine notwendig.
Der elektrische Wirkungsgrad liegt dann bei zirka 35% und übertrifft
den Wirkungsgrad von Kernkraftwerken.
*Eine Diplomarbeit an der Hochschule für Technik und Architektur, HTA Luzern. Begleitung der Dozenten Prof Werner Betschart und Ernst Dokter.
|
Grafik 4 - Spitzenstrom aus
dem Heisswasser-Speicher bei der thermischen Müllverwertung
|
|
|